Fadenalgen im Teich - Ursachen, Auswirkungen, Bekämpfung und Vorbeugung
Fadenalgen zählen zur Familie der Grünalgen und sind vor allem in stehenden Gewässern, wie beispielsweise Gartenteichen, Schwimmteichen, Naturpools anzutreffen. Sie wachsen häufig in Form von langen, dünnen Fäden oder dichten Klumpen und können sich rasch vermehren, insbesondere unter optimalen Bedingungen. Die verbreitetsten Arten in Teichen sind die Jochalgen und die Astalgen, die sich wiederum in verschiedene Unterarten differenzieren. Jochalgen erkennt man an ihrer typischen hellgrünen Färbung und den schleimigen, glitschigen Fäden, die beim Berühren zerfallen. Sie sind in der Lage, schwimmende Algenpolster zu bilden und große Wasserflächen zu bedecken. Wie alle Fadenalgen benötigen auch Jochalgen zunächst eine feste Unterlage, um anwachsen zu können. Astalgen hingegen sind mittel- bis dunkelgrün und weisen stabilere Fäden auf. Sie siedeln besonders gerne auf Holz, finden jedoch auch auf Steinen und Teichfolien einen geeigneten Lebensraum.
Ursachen für ein starkes Wachstum von Fadenalgen
Das übermäßige Vorkommen von Fadenalgen kann durch unterschiedliche Faktoren hervorgerufen werden. Im Gegensatz zu häufig geäußerten Meinungen benötigen Fadenalgen keinen besonders hohen Nährstoffgehalt im Wasser. Aus diesem Grund führen Maßnahmen wie eine zusätzliche Bepflanzung als Nährstoffzehrer oft nicht zum gewünschten Ergebnis. Vielmehr ist zu beobachten, dass sich die fädigen Algen zunächst in der Kieszone rund um die Wasserpflanzen ansiedeln. Dies liegt auch daran, dass Fadenalgen gebundene Nährstoffe wie Phosphat aus dem Pflanzsubstrat oder Kies aufnehmen können. Die Vorstellung, dass der biologische Filter des Naturpools nicht richtig funktioniert, ist ebenfalls irreführend. Durch den biologischen Filter werden die einzelligen Schwebealgen als Trübstoffe dezimiert, wodurch das Wasser klar wird. Tatsächlich ist es so, dass Fadenalgen, ähnlich wie Menschen, klares Wasser bevorzugen und sich auch in nährstoffarmen Umgebungen massenhaft vermehren können, wenn bestimmte Bedingungen gegeben sind. Viel Sonnenlicht kann durch das klare Wasser in tiefere Wasserschichten eindringen und beschleunigt die Photosynthese sowie somit das Wachstum dieser Algen.
Folgende Gründe können die Ursache für vermehrtes Fadenalgenwachstum sein:
- Fester Untergrund oder Einbauten aus Holz
- Phosphat- oder kalkhaltiges Gestein oder Kies als Dekor oder Filtersubstrat
- Hoher Phosphatanteil im Wasser
- Hartes Wasser mit einem hohen pH Wert
- Viel Licht, Sonnenschein in Verbindung mit klarem Wasser
- Starke oder strahlförmige Strömungen durch Einlaufdüsen oder ähnliche Bauteile
Wie lässt sich die Ausbreitung von Fadenalgen bekämpfen?
Fadenalgen werden problematisch, sobald sie im Teich überhandnehmen und zu einer erheblichen optischen Beeinträchtigung führen. Ein geringer Befall mit Fadenalgen sollte jedoch in einem Garten-, Schwimm- oder Naturteich als normal und natürlich betrachtet werden. Die Bekämpfung kann oft aufwendig sein, und der Einsatz von Algiziden ist mittlerweile weitgehend untersagt. Es ist ratsam, größere Ansammlungen von Fadenalgen zu entfernen, um dem Teich die darin gebundenen Nährstoffe zu entziehen und weiteres Wachstum sowie Zersetzungsprozesse zu verhindern. Auch die Anwendung von (erlaubten) Algenmitteln kann eine sinnvolle Maßnahme darstellen, um die Verbreitung der Sporen zu stoppen.
Bei einer massenhaften Ausbreitung stehen folgende Optionen zur Verfügung:
- Mechanische Entfernung von losen oder aufschwimmenden Algenpolstern mit einem Kescher
- Mechanische Entfernung fester Fadenalgen (Astalgen) mit einer Fadenalgenbürste oder Harke
- Abtötung der Fadenalgen durch Aktivsauerstoff und anschließendes das Abfischen der auftreibenden Algenreste mit einem Kescher
- Absaugen der Fadenalgennester mit einem Teichschlammsauger
- Abtötung der Algen mittels Salicylsäure, einem Weidenrindenextrakt, das das Kalkgerüst der Fadenalgen auflöst
Über einen längeren Zeitraum hinweg kamen Wirkstoffe wie Terbutryn und Monolinuron in wirksamen Produkten zur Bekämpfung von Algen zum Einsatz. Aufgrund einer Verschärfung der Biozidverordnung sind diese Produkte jedoch größtenteils vom Markt verschwunden. Im Einklang mit der Biozid-Richtlinie dürfen monolinuron- oder terbutrynhaltige Biozidprodukte lediglich von Herstellern vertrieben werden, die auf der Liste gemäß Art. 95 der Biozid-Richtlinie aufgeführt sind. Daher ist zu klären, welcher Anbieter für die beiden Algenmittel die Zulassung behält und somit in der Lage ist, zwei äußerst effektive Algenmittel rechtskonform anzubieten.
Welche vorbeugenden Maßnahmen kann man gegen starkes Fadenalgenwachstum treffen?
Obgleich Fadenalgen bereits bei moderatem Nährstoffgehalt in Schwimmteichen gedeihen können, bietet eine weitere Reduzierung der Nährstoffe eine Möglichkeit, um eine übermäßige Vermehrung zu vermeiden. Phosphor beziehungsweise Phosphat nimmt dabei eine zentrale Rolle als Schlüsselelement ein. Solange das gelöste Phosphat bis zu einem Mindestwert von 0,03 mg gebunden wird, spielt die Menge an vorhandenem Stickstoff keine Rolle. Der Einsatz eines Phosphatbinders hat sich in dieser Hinsicht seit Jahren bewährt. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass kontinuierlich neues Phosphat ins Wasser gelangt und der Bindungsprozess nicht dauerhaft abgeschlossen werden kann. In ihrer Wachstumsphase benötigen Pflanzen viel Phosphat, was ihnen hilft, Fadenalgen entgegenzuwirken; jedoch nutzen die Fadenalgen diese Pflanzen später als Stütze aus.
Regenwasser senkt den pH-Wert, was zunächst vorteilhaft ist, da das Wasser weicher wird. Doch gleichzeitig gelangen auch Nährstoffe ins Wasser, die im Biofilter abgebaut werden müssen; daher variiert der Erfolg.
Strömungsdüsen und andere künstliche starke Wasserbewegungen sollten vermieden werden, da Fadenalgen Strömungen bevorzugen und solche Bereiche anziehen.
Der biologische Klärbereich oder Pflanzenfilter sollte vom Schwimmbereich getrennt werden; ein Unterwasserzaun aus Steinen kann hierbei bereits nützlich sein. Optimal funktioniert ein separates Klärbecken, bei dem die Kiesschicht über die Wasserlinie angehäuft wurde; hier können sich keine Fadenalgen mehr entwickeln.
Auch eine Beschattung durch ein Sonnensegel oder eine Schwimmfolie ist ratsam, da Fadenalgen für ihr Wachstum Lichtenergie benötigen.
Fazit
Fadenalgen sind in Gartenteichen, Schwimmteichen und Naturpools kaum zu vermeiden. Eine geringe Anzahl sollte hingenommen werden, wird die Population jedoch übermäßig groß, entstehen Schwierigkeiten. Der Verzicht auf Algenbekämpfungsmittel zeigt anfangs zwar Erfolge, doch langfristig ist dieser Ansatz nicht immer erfolgreich. Bei der mechanischen Entfernung werden Algenschnipsel im Teich verteilt, die als neue Sporen für weitere Kolonien dienen können. Wer auf den Einsatz von Algiziden verzichten will findet heute verschiedene "homäopathische" Mittel zur Fadenalgenbekämpfung, die auf Aktivsauerstoff oder Salicylsäure basieren. Mit einigen vorbeugenden Maßnahmen und gelegentlichen Eingriffen ist es jedoch möglich, eine Algenplage effektiv zu verhindern.
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