Grünes, trübes Teichwasser muss nicht sein. Ursachen und Hilfe.

Grünes, trübes Teichwasser muss nicht sein. Ursachen und Hilfe.

Jeder Eigentümer eines Gartenteichs, Schwimmteichs oder Naturpools ist mit trübem, grünem Wasser vertraut. Bei einem optimal funktionierenden Filtersystem stellt die Wassertrübung die Ausnahme dar und wird daher als besonders ernst zu nehmendes Problem betrachtet. Eine Trübung resultiert in der Regel aus einer explosionsartigen Vermehrung von einzelligen grünen Schwebealgen. Der Grund dafür ist ein Überangebot an gelösten Nährstoffen. Sobald diese abgebaut werden, verschwindet auch die grüne Trübung im Teich oder Naturpool. Das "Umkippen" eines Gewässers wird stets durch einen Sauerstoffmangel verursacht, der eine Bedrohung für die darin lebenden Teichbewohner darstellt. Grüne Schwebealgen sind jedoch Sauerstoffproduzenten wie alle Pflanzen. Es besteht also keine Gefahr.

Warum färbt sich das Teichwasser grün?

In Teichsystemen entsteht eine grüne Färbung durch mikroskopisch kleine Schwebealgen. Bei intensiver Sonneneinstrahlung, insbesondere im Frühling und Sommer, gepaart mit einer erhöhten Nährstoffkonzentration, kann es zu einem rasanten Wachstum dieser Algen kommen, das als Algenblüte bekannt ist. Diese massenhafte Vermehrung der Algen resultiert aus dem Überangebot an gelösten Nährstoffen im Wasser.

Grünes Wasser in neu angelegten Teichen

Wenn ein Teich oder Naturpool neu angelegt wird, kommt es normalerweise nach einigen Tagen bis Wochen zu einer häufig sehr ausgeprägten Grüntrübung des Wassers. Die Sichttiefe reduziert sich auf wenige Zentimeter und das Wasser nimmt bisweilen eine dunkelgrüne Farbe an. In einem solchen Fall ist die vorübergehende grüne Trübung des Wassers zwar beunruhigend, aber vollkommen normal, da das biologische Gleichgewicht noch nicht etabliert ist. Sobald die mit dem Füllwasser eingeführten Nährstoffe größtenteils verbraucht sind, sterben die einzelligen grünen Schwebalgen ab und das Wasser klärt sich innerhalb weniger Tage wieder.

Grünes Wasser in älteren Teichanlagen

Die Pflege des Teiches ist folglich von großer Bedeutung und kann häufig dazu beitragen, Problemen mit der Wassertrübung vorzubeugen. Dennoch kann es gelegentlich zu einem Übermaß an Nährstoffen kommen, was wiederum die Klarheit des Wassers beeinträchtigen kann. In solchen Fällen stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, um das Problem zu lösen:

  1. Es ist wichtig, dass Blätter und abgestorbene Pflanzenteile regelmäßig aus dem Teich entfernt werden. Andernfalls erfolgt ein Abbau durch Enzyme und Bakterien, wodurch die enthaltenen Nährstoffe freigesetzt werden. Idealerweise sollte dies geschehen, bevor die Teile absinken. Dies kann entweder automatisch über einen Skimmer oder manuell mit einem Kescher erfolgen.
  2. Um die verbleibenden Sedimente zu beseitigen, empfiehlt sich der Einsatz eines Teichschlammsaugers. Dieses Gerät ermöglicht es, sowohl Ablagerungen am Boden als auch an den Wänden zu entfernen, ebenso wie die Algen, die sich an den Steinen in den Pflanzzonen festgesetzt haben. Durch die Verwendung eines Vorabscheiders bleibt zudem die Lebenswelt kleiner Organismen in deinem Teich unberührt.
  3. Es ist von großer Bedeutung, stets auf eine ausreichende Sauerstoffversorgung zu achten, da ein vorhandener Sauerstoffmangel das Algenwachstum weiter fördert. Die aeroben Bakterien im biologischen Filtersystem sind auf genügend Sauerstoff angewiesen, um optimal arbeiten zu können. Ein funktionierendes Filtersystem ist somit unverzichtbar, um einer Grüntrübung entgegenzuwirken. Beispielsweise können Wasserspiele und Bachläufe das Wasser zusätzlich mit Sauerstoff anreichern.
  4. Geeignete Wasserpflanzen können zudem helfen, den Nährstoffgehalt des Wassers zu minimieren und somit zu einem gesunden biologischen Gleichgewicht beizutragen. Sogenannte Repositionspflanzen mit starker Wurzelbildung reduzieren den Nährstoffgehalt des Wassers und stehen in Konkurrenz zu den eintrübenden Schwebealgen.
  5. Zusätzlich gibt es Flockungsmittel, die dafür sorgen, dass die einzelnen Algen zusammenklumpen und dadurch ihr spezifisches Gewicht steigern. Infolgedessen sinken diese Algen auf den Grund und können mit einem Schlammsauger oder Teichroboter beseitigt werden.

Braunes Wasser

Es gibt verschiedene Gründe für eine Brauntrübung des Wassers:

Die Inhaltsstoffe des Fischfutters können dafür verantwortlich sein, weshalb die Auswahl des Fischfutters überprüft und gegebenenfalls geändert werden sollte. Auch Pflegemittel, die häufig Torf enthalten, sind in vielen Fällen für die braune Trübung des Wassers verantwortlich. Diese Veränderung stellt jedoch keine Gefahr dar und erfordert daher kein Eingreifen.

Im Spätsommer und Herbst ist das einfallende Laub mit seinen Farbpartikeln aus Gerbstoffen die Hauptursache für die bräunliche Trübung. Die abgestorbenen Pflanzenreste sinken zu Boden, zersetzen sich und bilden dort eine Schlammschicht. Während dieses Zersetzungsprozesses entziehen Bakterien dem Wasser zusätzlich Sauerstoff. Daher sollte das gefallene Laub regelmäßig entfernt und der Teich ausgesaugt werden. Eine äußerst nützliche Anschaffung für den Herbst ist ein Teichnetz, das das Absinken des Laubes verhindert.

Ein erhöhter Eisengehalt kann ebenfalls zur Brauntrübung führen. Zur Überprüfung sind spezielle Wassertests geeignet. Eine Schädigung der Fische ist jedoch erst bei sehr hohen, unnatürlichen Eisenkonzentrationen zu erwarten. Der Eisenwert sollte idealerweise unter 0,2 mg/l liegen. Um einen erhöhten Eisenwert zu senken, empfiehlt sich ein Teilwassertausch.

Milchig trübes Wasser

Der Einsatz von Flockungsmitteln führt in der Reaktionsphase zu einer vorübergehenden, hellen Trübung des Wassers. Dies ist ein natürlicher Prozess und klärt sich innerhalb weniger Tage wieder auf.

Helle Trübungen können ebenfalls auftreten, wenn die Wasserparameter aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn Pflanzen übermäßig CO2 aufnehmen, kann es zu einer unerwarteten biogenen Entkalkung kommen, bei der Calciumhydrogencarbonat in Wasser und Kalk zerlegt wird. Der entstehende Kalk führt zu Trübungen und setzt sich beim Absinken als heller Belag auf sämtlichen Oberflächen ab.

Ein Mangel an CO2 und die damit verbundenen Konsequenzen können auch durch Ausgasung entstehen, insbesondere wenn beispielsweise Wasserspiele oder Wasserfälle über längere Zeiträume betrieben werden.

Um dem entgegenzuwirken, können die Wasserparameter durch die Zugabe von KH+ stabilisiert werden, wodurch eine biogene Entkalkung als Notreaktion vermieden werden kann.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine effizient arbeitende Filteranlage sowie die kontinuierliche Pflege des Teiches entscheidende Faktoren für ein harmonisches biologisches Gleichgewicht sind und keinesfalls ignoriert werden sollten. Neben der mechanischen Reinigung des Teiches durch einen Teichschlammsauger oder einen Teichroboter sorgt auch die Stabilisierung der Wasserparameter für dauerhaft klares Wasser.

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